Wie lang ist ein Tag auf der Venus? Länger als ihr Jahr
Wie lang ist ein Tag auf der Venus? Länger als ihr Jahr. Das klingt falsch, ist aber so. Die Venus braucht rund 243 Erdtage, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Für eine Runde um die Sonne braucht sie nur rund 225 Erdtage. Dazu dreht sie sich rückwärts, die Sonne geht dort im Westen auf. Und es wird noch schräger: Ein Sonnenaufgang bis zum nächsten dauert wieder eine ganz andere Zeit. Wir zeigen dir, wie das zusammenpasst und welcher Planet den längsten Tag hat.
Wie lang ist ein Tag auf der Venus?
Eine Drehung der Venus um ihre Achse dauert rund 243 Erdtage. Ein Venusjahr, also ein Umlauf um die Sonne, dauert nur rund 225 Erdtage. Die Venus dreht sich also langsamer, als sie die Sonne umrundet. Ein Sonnenaufgang bis zum nächsten dauert rund 117 Erdtage.
Warum gibt es zwei Zahlen für einen Tag? Weil es zwei Arten gibt, einen Tag zu messen. Die erste Art zählt, wie lange sich der Planet einmal komplett dreht. Das sind bei der Venus 243 Erdtage. Die zweite Art zählt, wie lange die Sonne braucht, um wieder am selben Punkt am Himmel zu stehen. Das ist der Tag, den du dort wirklich erleben würdest.
Auf der Erde sind beide Zahlen fast gleich: Wir haben 24 Stunden. Auf der Venus liegen sie weit auseinander. Der Grund ist die Drehrichtung, denn die Venus dreht sich entgegen ihrer Umlaufrichtung. Dadurch kommt die Sonne früher wieder an den Anfangspunkt zurück. Ein Sonnentag auf der Venus dauert knapp vier Erdmonate.
Warum geht die Sonne auf der Venus im Westen auf?
Die Venus dreht sich rückwärts. Fachleute nennen das retrograde Rotation. Die meisten Planeten drehen sich wie die Erde von West nach Ost. Die Venus dreht sich von Ost nach West. Ihre Achse ist dafür fast auf den Kopf gestellt, mit einer Neigung von rund 177 Grad.
Für dich hieße das: Auf der Venus ginge die Sonne im Westen auf und im Osten unter. Sehen würdest du davon allerdings nichts. Die Venus ist komplett von dichten Wolken umhüllt. Und der Boden ist mit rund 465 Grad Celsius heiß genug, um Blei zu schmelzen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Welcher Planet ist der heißeste im Sonnensystem?.
Wusstest du schon?
Am Äquator der Venus bewegt sich der Boden nur mit rund 6,5 km/h. Das ist Spaziergang-Tempo. Auf der Erde dreht sich der Boden am Äquator mit rund 1.670 km/h.
Wie schnell dreht sich die Venus im Vergleich zur Erde?
Die Venus ist fast so groß wie die Erde. Ihr Durchmesser beträgt rund 12.100 Kilometer, der der Erde rund 12.750 Kilometer. Trotzdem dreht sie sich viel langsamer. Zur Einordnung: Der Umfang der Venus am Äquator ist rund 38.000 Kilometer. Für diese Strecke braucht ein Punkt am Boden 243 Erdtage. Das ergibt rund 6,5 km/h.
Ein Mensch, der zügig geht, schafft rund 5 km/h. Du könntest dem Boden der Venus also fast davonlaufen. Wie schnell sich unsere Erde dreht und warum wir davon nichts spüren, erklären wir in Wie schnell dreht sich die Erde wirklich?.
Du willst wissen, wie gut du solche Zahlen schätzen kannst? Dann probier unsere Wissenschafts-Schätzfragen. Kostenlos, läuft im Browser und passt perfekt auf die nächste Autofahrt.
Hat die Venus den längsten Tag im Sonnensystem?
Hier wird es spannend: Es kommt darauf an, wie du misst. Bei der reinen Drehung gewinnt die Venus klar. Mit 243 Erdtagen dreht sie sich langsamer als jeder andere Planet. Der Merkur braucht für eine Drehung rund 59 Erdtage. Alle anderen Planeten drehen sich in wenigen Stunden.
Beim Sonnentag gewinnt aber der Merkur. Von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang vergehen dort rund 176 Erdtage. Das sind doppelt so viele Tage, wie ein Merkurjahr hat, denn ein Jahr dauert dort nur rund 88 Erdtage. Auf dem Merkur ist ein Sonnentag also länger als ein Jahr. Auf der Venus gilt das nur für die reine Drehung.
Warum dreht sich die Venus so langsam und rückwärts?
Eine sichere Antwort gibt es bisher nicht. Die Ursache ist nicht abschließend geklärt, und Forscher diskutieren mehrere Erklärungen. Sicher ist nur das Ergebnis: Die Venus ist ein Planet, der fast stillsteht und dabei rückwärts läuft.
Genau solche Fakten machen Schätzfragen so spannend. Die meisten Leute tippen auf einen Venustag von etwa 24 Stunden, weil die Venus ähnlich groß ist wie die Erde. Die Wirklichkeit liegt knapp 6.000 Stunden daneben.
Häufige Fragen zum Tag auf der Venus
Wie lang ist ein Tag auf der Venus in Erdtagen?▾
Eine volle Drehung der Venus dauert rund 243 Erdtage. Der Zeitraum von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang beträgt dagegen rund 117 Erdtage. Welche Zahl gemeint ist, hängt davon ab, ob du die Drehung oder den Sonnentag misst.
Wie lang ist ein Jahr auf der Venus?▾
Die Venus umrundet die Sonne in rund 225 Erdtagen. Genauer sind es 224,7 Tage. Ein Venusjahr ist damit kürzer als eine einzige Drehung des Planeten um die eigene Achse.
Geht die Sonne auf der Venus im Westen auf?▾
Ja. Die Venus dreht sich entgegen der Drehrichtung der Erde. Wer auf ihrer Oberfläche stünde, sähe die Sonne im Westen aufgehen und im Osten untergehen. Wegen der dichten Wolken würde man die Sonne dort aber gar nicht sehen.
Welcher Planet hat den längsten Tag?▾
Bei der reinen Drehung ist es die Venus mit rund 243 Erdtagen. Bei der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang ist es der Merkur mit rund 176 Erdtagen. Das hängt von der Messart ab.
Wie heiß ist es auf der Venus?▾
Die Oberfläche der Venus ist im Schnitt rund 465 Grad Celsius heiß. Das ist heißer als auf dem Merkur, obwohl die Venus weiter von der Sonne entfernt ist. Schuld ist die sehr dichte Atmosphäre aus Kohlendioxid, die die Wärme festhält.
Wie schnell dreht sich die Venus?▾
Am Äquator bewegt sich der Boden der Venus mit rund 6,5 km/h. Auf der Erde sind es am Äquator rund 1.670 km/h. Die Venus dreht sich also rund 250 Mal langsamer als unser Planet.
Das Wichtigste in einem Satz
Ein Tag auf der Venus dauert länger als ihr Jahr, wenn du die reine Drehung zählst, und die Sonne geht dort im Westen auf. Wenn du solche Überraschungen magst, spring direkt in unsere Wissenschafts-Fragen oder stöbere auf der Startseite nach weiteren Schätzfragen.
Autor:in
Leon EikmeierChefredakteur
Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.