Welches Land hat die meisten Pyramiden?
Wenn dich jemand fragt, welches Land die meisten Pyramiden hat, sagst du wahrscheinlich Ägypten. Klingt logisch. Spoiler: stimmt nicht. Tatsächlich stehen die meisten Pyramiden im Sudan, dem südlichen Nachbarn Ägyptens. Forschende zählen dort rund 230 nubische Pyramiden, in Ägypten sind es nur etwa 120. Wir zeigen dir, wer die Pyramiden im Sudan gebaut hat, wie sie aussehen und warum kaum jemand sie kennt. Du lernst auch, warum die größte Pyramiden-Stadt der Welt nicht in Gizeh liegt, sondern in einer Wüste am Nil.
So viele Pyramiden hat der Sudan wirklich
Im Sudan stehen ungefähr 230 Pyramiden, in Ägypten rund 120. Damit hat der Sudan fast doppelt so viele Pyramiden wie sein berühmter Nachbar. Die Pyramiden im Sudan heißen nubische Pyramiden. Gebaut wurden sie vom Königreich Kusch, einem Reich, das im heutigen Sudan herrschte und zeitweise sogar Ägypten beherrschte.
Die Schätzungen schwanken etwas. Manche Quellen nennen 220, andere bis zu 255 Pyramiden im Sudan. In Ägypten sind es je nach Zählweise zwischen 118 und 138. Egal welche Zahl du nimmst, der Sudan liegt klar vorn. Über 200 dieser Pyramiden stehen allein in Meroë, einem alten Königssitz am Nil. Das macht Meroë zur größten Pyramiden-Ansammlung der Welt.
Warum kennt sie kaum jemand?
Die nubischen Pyramiden sind nicht so berühmt wie die in Gizeh, obwohl sie zahlreicher sind. Dafür gibt es drei Gründe.
Erstens, sie sind kleiner. Die Cheops-Pyramide in Gizeh ist 139 Meter hoch. Eine typische nubische Pyramide ist nur 6 bis 30 Meter hoch. Auf Fotos wirken sie deshalb weniger spektakulär.
Zweitens, der Sudan ist touristisch schwierig. Bürgerkrieg, Sanktionen, kaum Infrastruktur. Jedes Jahr besuchen weniger als 10.000 Menschen die Pyramiden bei Meroë. Gizeh hat dagegen Millionen Besucher pro Jahr.
Drittens, koloniale Geschichtsschreibung. Das Königreich Kusch wurde lange Zeit als bloßer Ableger Ägyptens dargestellt. Erst in den letzten Jahrzehnten erforschen Archäologinnen und Archäologen die nubischen Pyramiden systematisch.
Wusstest du schon?
Sudan hat mit rund 230 Pyramiden mehr als jedes andere Land der Welt. Die meisten stehen in Meroë, das seit 2011 zum UNESCO-Welterbe gehört.
So sehen die nubischen Pyramiden aus
Nubische Pyramiden sehen anders aus als ihre ägyptischen Verwandten. Sie haben einen viel kleineren Grundriss, oft nur 8 bis 14 Meter Kantenlänge. Trotzdem ragen sie steil in den Himmel. Die Wände sind in einem Winkel von ungefähr 70 Grad geneigt. Zum Vergleich: die Cheops-Pyramide hat einen Winkel von rund 51 Grad und wirkt deshalb viel breiter.
Gebaut wurden die Pyramiden meist aus Sandstein. An der Ostseite hatte jede Pyramide eine kleine Kapelle, in der die Verwandten dem Verstorbenen Opfergaben brachten. Unter der Pyramide selbst lag die Grabkammer, oft direkt in den Felsen geschlagen.
Erbaut wurden die meisten dieser Pyramiden zwischen 700 vor und 350 nach Christus. Das sind über 1000 Jahre Bautätigkeit, viel länger als die ägyptische Pyramiden-Bauphase, die rund 700 Jahre dauerte.
Die 4 Pyramiden-Felder im Sudan
Die nubischen Pyramiden konzentrieren sich auf vier Standorte am Nil. Jeder hat seine eigene Geschichte.
Meroë liegt etwa 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Khartum. Hier stehen über 200 Pyramiden in drei Gruppen. In Meroë wurden über 600 Jahre lang Könige und Königinnen des Reiches Kusch bestattet, von ungefähr 300 vor Christus bis 350 nach Christus.
Nuri liegt weiter nördlich, gegenüber dem heiligen Berg Jebel Barkal. Dort stehen über 60 Pyramiden, darunter die größte nubische Pyramide überhaupt: die des Pharaos Taharqa. Er war einer der schwarzen Pharaonen, die im 7. Jahrhundert vor Christus auch Ägypten regierten.
El-Kurru ist die älteste der vier Stätten. Hier liegen rund 41 Königsgräber, darunter das von Pije, der Ägypten eroberte und die 25. Dynastie begründete.
Jebel Barkal hat etwa 25 kleinere Pyramiden am Fuß eines markanten Tafelbergs. Der Berg galt im alten Kusch als Sitz des Gottes Amun und war ein heiliger Ort.
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Welches Land hat die meisten Pyramiden?▾
Der Sudan, mit rund 230 nubischen Pyramiden. Ägypten hat dagegen nur zwischen 118 und 138 Pyramiden. Damit hat der Sudan fast doppelt so viele.
Wer hat die Pyramiden im Sudan gebaut?▾
Das Königreich Kusch, eine alte Hochkultur am Nil. Kusch herrschte über 1000 Jahre und im 7. Jahrhundert vor Christus zeitweise auch über Ägypten.
Wo steht die größte Pyramiden-Ansammlung der Welt?▾
In Meroë im Sudan. Dort gibt es über 200 Pyramiden auf engem Raum. Seit 2011 ist Meroë UNESCO-Welterbe.
Wann wurden die nubischen Pyramiden gebaut?▾
Zwischen ungefähr 700 vor Christus und 350 nach Christus. Damit dauerte die nubische Pyramiden-Bauphase über 1000 Jahre.
Wie groß sind die Pyramiden im Sudan?▾
Die meisten sind 6 bis 30 Meter hoch. Damit sind sie deutlich kleiner als die Cheops-Pyramide in Gizeh, die 139 Meter hoch ist.
Sind die nubischen Pyramiden UNESCO-Welterbe?▾
Ja. Meroë wurde 2011 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Auch Jebel Barkal und die umliegende Region gehören zum Welterbe (seit 2003).
Wenn du das nächste Mal an Pyramiden denkst, denk auch an den Sudan. Dort stehen mehr Pyramiden als in jedem anderen Land der Welt. Sie sind kleiner, jünger und weniger bekannt als die in Gizeh, aber genauso spannend. Magst du solche Aha-Fakten? Dann lies auch unseren Post über die ältesten Städte der Welt oder probier direkt das Geschichts-Quiz.
Autor:in
Leon EikmeierChefredakteur
Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.