Welche ist die größte Wüste der Welt? Plot Twist
Wenn du an Wüste denkst, denkst du wahrscheinlich an Sand, Hitze und Kamele. Die Sahara, vielleicht. Spoiler: die größte Wüste der Welt liegt nicht in Afrika. Sie ist eiskalt, und du würdest sie auf den ersten Blick nie eine Wüste nennen. Tatsächlich ist die Antarktis mit rund 14,2 Millionen Quadratkilometern fast 1,5 Mal so groß wie die Sahara. In diesem Post zeigen wir dir, warum das so ist, was eine Wüste überhaupt ausmacht und wie die echte Top 5 wirklich aussieht.
Was ist eine Wüste überhaupt?
Eine Wüste ist nicht das, woran du denkst. Hitze und Sand kommen in der Definition gar nicht vor. Eine Region zählt als Wüste, wenn dort pro Jahr weniger als 250 Millimeter Niederschlag fällt. Das ist die Fachdefinition.
Damit gibt es zwei Sorten. Heiße Wüsten wie die Sahara oder die Atacama. Und kalte Wüsten wie die Antarktis oder die Arktis. Sand braucht es nicht. Hitze auch nicht.
Wenn du diese Definition mal akzeptierst, dreht sich die Rangliste der größten Wüsten komplett um.
Die Antarktis ist die größte Wüste der Welt
Die Antarktis hat eine Fläche von rund 14,2 Millionen Quadratkilometern. Das ist ungefähr 1,5 Mal so groß wie die Sahara und fast doppelt so groß wie Australien. Auf einer Mercator-Weltkarte sieht die Antarktis noch viel größer aus, aber die Karte verzerrt die Polargebiete. Die echte Fläche reicht trotzdem, um die Antarktis offiziell zur größten Wüste der Welt zu machen.
Warum gilt die Antarktis als Wüste? Im Landesinneren fallen pro Jahr durchschnittlich weniger als 50 Millimeter Niederschlag. An den Küsten ist es feuchter, im Schnitt aber bleibt die ganze Antarktis weit unter den 250 Millimetern. Das macht sie laut National Geographic zur größten Wüste der Erde.
Die McMurdo Dry Valleys, eine Region in der Antarktis, gelten als trockenster Ort der Erde. In bestimmten Tälern soll es seit rund 2 Millionen Jahren keinen nennenswerten Regen oder Schneefall gegeben haben. NASA und Forschende nutzen die Region als Test-Umgebung für Mars-Bedingungen.
Wusstest du schon?
Die größte Wüste der Welt ist eiskalt. Die Antarktis zählt als Wüste, weil dort weniger Wasser vom Himmel kommt als in vielen klassischen Sandwüsten.
Wie viel Niederschlag fällt in der Antarktis?
In der Antarktis fallen pro Jahr im Schnitt nur rund 50 Millimeter Niederschlag, im Landesinneren oft sogar unter 10 Millimeter. Zum Vergleich: in Berlin fallen rund 570 Millimeter pro Jahr, in der Sahara im Durchschnitt etwa 100 Millimeter. Damit ist die Antarktis pro Quadratmeter trockener als jede klassische Sandwüste der Welt.
Die echte Top 5 der größten Wüsten
Sortiert nach Fläche sieht die Liste so aus:
- Antarktis mit rund 14,2 Millionen km², kalte Wüste. Knapp doppelt so groß wie Australien.
- Arktis mit rund 13,7 Millionen km², kalte Wüste. Sie reicht über Grönland, Kanada, Russland, Norwegen und Alaska.
- Sahara mit rund 9,2 Millionen km², heiße Wüste. Fast so groß wie die USA und größer als ganz China.
- Arabische Wüste mit rund 2,3 Millionen km², heiße Wüste. Umfasst weite Teile von Saudi-Arabien, Jemen, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Gobi mit rund 1,3 Millionen km², kalte Wüste. Liegt zwischen der Mongolei und China und kann im Winter unter minus 40 Grad kalt werden.
Zwei Polarwüsten ganz oben. Erst auf Platz 3 kommt die erste Sandwüste. Die meisten Menschen kennen nur die heißen Wüsten, weil sie in Filmen, Büchern und Reisedokus auftauchen. Polarwüsten haben kein PR-Team.
Wie kalt ist die Antarktis-Wüste eigentlich?
Die Antarktis ist nicht nur die größte Wüste der Welt, sondern auch die kälteste. Die durchschnittliche Wintertemperatur im Landesinneren liegt bei rund minus 60 Grad Celsius. Der kälteste je direkt gemessene Wert auf der Erde kommt aus der Antarktis: minus 89,2 Grad Celsius, aufgezeichnet am 21. Juli 1983 an der russischen Wostok-Station.
Wasser kann bei diesen Temperaturen kaum existieren, schon gar nicht als Niederschlag. Wenn doch Feuchtigkeit auftritt, fällt sie als feiner, trockener Schnee. Über tausende von Jahren hat sich daraus ein Eispanzer aufgebaut, der an manchen Stellen über 4 Kilometer dick ist. Trotzdem bleibt die Antarktis technisch trocken, weil pro Jahr fast nichts vom Himmel kommt.
Warum die Sahara trotzdem besonders ist
Die Sahara ist mit rund 9,2 Millionen km² die größte heiße Wüste der Welt und nach Antarktis und Arktis die drittgrößte Wüste insgesamt. Vor etwa 11.000 bis 5.000 Jahren war sie nicht trocken, sondern grün. Es gab Seen, Wälder und Flusspferde. Archäologen finden Felsmalereien mit Giraffen und Krokodilen. Die sogenannte „Green Sahara" endete, als sich die Erdachse leicht verschob und der Monsun-Gürtel weiter nach Süden wanderte.
Heute wächst die Sahara wieder. Eine Studie der University of Maryland von 2018 hat gezeigt, dass die Sahara seit 1920 um rund 10 Prozent gewachsen ist, vor allem nach Süden. Etwa zwei Drittel davon werden auf natürliche Klimazyklen zurückgeführt, ein Drittel auf vom Menschen gemachte Effekte wie Klimawandel und Überweidung.
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Take-Away
Die größte Wüste der Welt ist nicht heiß und hat keinen Sand. Sie ist die Antarktis. Eine Wüste ist nichts anderes als eine sehr trockene Region, egal ob heiß oder kalt. Wenn du nächstes Mal das Wort „Wüste" hörst, denk an Eis statt an Sand.
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Welche ist die größte Wüste der Welt?▾
Die Antarktis ist mit rund 14,2 Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Welt. Sie zählt als kalte Wüste, weil dort weniger als 250 Millimeter Niederschlag pro Jahr fällt. Damit ist sie fast 1,5 Mal so groß wie die Sahara und fast doppelt so groß wie Australien.
Warum ist die Antarktis eine Wüste?▾
Eine Wüste wird über den Niederschlag definiert, nicht über die Temperatur. In der Antarktis fallen pro Jahr im Schnitt rund 50 Millimeter Niederschlag, im Landesinneren oft weniger als 10 Millimeter. Das liegt deutlich unter der 250-Millimeter-Grenze, ab der eine Region als Wüste gilt.
Wie viel Niederschlag fällt in der Antarktis?▾
In der Antarktis fallen pro Jahr im Schnitt rund 50 Millimeter Niederschlag. Im Landesinneren sind es oft weniger als 10 Millimeter, an den Küsten etwas mehr. Zum Vergleich: in Berlin fallen rund 570 Millimeter pro Jahr.
Wie groß ist die Sahara wirklich?▾
Die Sahara hat eine Fläche von rund 9,2 Millionen Quadratkilometern. Damit ist sie die größte heiße Wüste der Welt und fast so groß wie die USA. Sie ist aber nur etwa zwei Drittel so groß wie die Antarktis und damit die drittgrößte Wüste insgesamt.
Gibt es noch andere kalte Wüsten außer der Antarktis?▾
Ja. Die zweitgrößte Wüste der Welt ist die Arktis mit rund 13,7 Millionen Quadratkilometern. Auch die Gobi-Wüste in der Mongolei und China zählt als kalte Wüste, weil ihre Wintertemperaturen unter minus 40 Grad fallen können.
Was war die kälteste Temperatur, die je auf der Erde gemessen wurde?▾
Der kälteste je direkt gemessene Wert auf der Erde sind minus 89,2 Grad Celsius. Aufgezeichnet wurde dieser Wert am 21. Juli 1983 an der russischen Wostok-Station in der Antarktis. Satelliten haben in Teilen der Antarktis später noch tiefere Oberflächentemperaturen gemessen.
Wann war die Sahara grün?▾
Die Sahara war zwischen rund 11.000 und 5.000 Jahren vor heute deutlich feuchter und grüner. Diese Periode heißt „Green Sahara" oder „African Humid Period". Sie endete, als sich die Erdachse leicht verschob und der Monsun-Gürtel weiter nach Süden wanderte.
Autor:in
Leon EikmeierChefredakteur
Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.