Wissenschaft

Wie weit ist der Mond entfernt? Spoiler: weiter als du denkst

·5 Min. Lesezeit·Leon Eikmeier

Wie weit ist der Mond entfernt? Im Schnitt 384.400 Kilometer. Klingt nach einer normalen Zahl, ist aber weiter, als du gerade im Kopf hast. Plot Twist: zwischen Erde und Mond passen alle acht Planeten unseres Sonnensystems nebeneinander rein. Mit Jupiter und Saturn. Und es bleibt sogar noch ein bisschen Platz übrig. Wir zeigen dir, wie groß die Lücke wirklich ist, wie lange Apollo 11 dafür gebraucht hat und warum der Mond jedes Jahr ein Stück weiter weg ist als im Jahr davor.

Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt?

Der Mond ist im Durchschnitt 384.400 Kilometer von der Erde entfernt. Das ist die mittlere Entfernung, die NASA und Wikipedia angeben. Licht braucht für diese Strecke rund 1,3 Sekunden. Wenn die Astronauten von Apollo 11 mit Houston gesprochen haben, gab es genau diese Verzögerung in der Leitung. Du hörst sie heute noch in den alten Tonbändern.

Aber 384.400 km ist nur ein Mittelwert. Der Mond bewegt sich nicht in einem perfekten Kreis um die Erde, sondern in einer leichten Ellipse. Mal ist er näher, mal weiter weg.

Mal nah, mal weit: Perigäum und Apogäum

Wenn der Mond am dichtesten an der Erde ist, nennt man das Perigäum. Dann sind es etwa 363.300 km. Am weitesten weg ist er im Apogäum, mit rund 405.500 km. Der Unterschied liegt also bei über 42.000 Kilometern. Das ist mehr als der Erdumfang am Äquator.

Und dieser Unterschied ist auch der Grund für den sogenannten Supermond. Wenn der Vollmond zufällig im Perigäum steht, sieht er am Himmel etwa 14 Prozent größer aus als ein normaler Vollmond. Das fällt auf, wenn du Fotos von beiden vergleichst.

Passen wirklich alle Planeten zwischen Erde und Mond?

Ja. Wenn du die Durchmesser von Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun zusammenrechnest und die Erde noch mit reinpackst, kommst du auf rund 381.000 km. Die Lücke zwischen Erde und Mond hat im Schnitt 384.400 km. Heißt: alle acht Planeten würden nebeneinander reinpassen. Mit ein paar tausend Kilometern Luft.

Den größten Teil der Strecke fressen Jupiter und Saturn. Jupiter alleine hat schon einen Durchmesser von rund 140.000 km. Saturn liegt bei ungefähr 116.000 km. Beide zusammen sind fast zwei Drittel der Mond-Distanz. Klingt verrückt, ist aber genau die Größenordnung.

Wusstest du schon?

Bei einem Supermond, also wenn der Mond gerade nah an der Erde ist, passen die Planeten nicht mehr alle dazwischen. Bei 363.300 km Abstand fehlen rund 18.000 km.

Wie lange braucht man von der Erde zum Mond?

Apollo 11 hat 75 Stunden und 49 Minuten gebraucht, bis Neil Armstrong auf dem Mond stand. Das sind etwas mehr als drei Tage. Mit moderner Technik geht es schneller, aber im selben Bereich. Die meisten Mondmissionen brauchen drei bis vier Tage.

Jetzt der Vergleich, der dich hängen lässt. Würdest du mit dem Auto bei 100 km/h ohne Pause zum Mond fahren, wärst du 3.844 Stunden unterwegs. Das sind rund 160 Tage am Stück. Über fünf Monate auf der Autobahn. Selbst mit dem schnellsten Linienflugzeug, das mit etwa 900 km/h fliegt, wären es noch 17 Tage durchgehend.

Wenn du selbst mal einschätzen willst, wie weit Strecken im Weltall wirklich sind, probier unsere Wissenschafts-Schätzfragen. Die meisten Leute liegen bei Distanzen im Sonnensystem komplett daneben.

Warum der Mond jedes Jahr weiter weg ist

Der Mond entfernt sich jedes Jahr um etwa 3,8 Zentimeter von der Erde. Das ist nicht geraten, das hat die NASA mit Lasern gemessen. Auf dem Mond stehen seit Apollo 11 mehrere Reflektoren. Forscher schießen einen Laser hin, das Licht kommt zurück, und aus der Zeit lässt sich die Distanz auf wenige Millimeter genau berechnen.

Schuld an der Drift sind die Gezeiten. Die Erde dreht sich schneller als der Mond um sie kreist. Durch die Wassermassen der Ozeane wird Energie auf den Mond übertragen. Der Mond beschleunigt minimal und wandert nach außen. Die Erdrotation wird im Gegenzug langsamer. Vor 1,4 Milliarden Jahren hatte ein Tag deshalb nur etwa 18 Stunden. Heute sind es 24.

3,8 cm pro Jahr klingen nach nichts. Über lange Zeiträume wird daraus aber viel. In 100 Millionen Jahren ist der Mond rund 3.800 km weiter weg als heute. Wir auf der Erde merken davon nichts. Aber Sonnenfinsternisse, bei denen der Mond die Sonne genau abdeckt, wird es irgendwann nicht mehr geben.

Wie misst man die Entfernung zum Mond eigentlich?

Heute geht das auf den Millimeter genau, mit Lunar Laser Ranging. Drei Reflektoren stammen aus den Apollo-Missionen 11, 14 und 15, zwei von den sowjetischen Lunokhod-Rovern, einer von der indischen Chandrayaan-3-Mission. Ein Laser auf der Erde feuert, das Signal kommt zurück, und aus der Laufzeit ergibt sich die Entfernung.

Davor war es schwieriger. Schon im antiken Griechenland hat Hipparchos die Entfernung über Mondfinsternisse abgeschätzt und kam auf einen Wert, der für die damalige Zeit erstaunlich nah dran war. Heute wirken solche Schätzungen klein, aber sie waren der Anfang.

Schätzfragen, bei denen die meisten daneben liegen

Mond-Distanzen sind ein klassisches Quiztimate-Thema. Die Zahlen sind so groß, dass das Bauchgefühl nicht mehr funktioniert. Du kennst kein Gefühl für 384.400 km. Niemand kennt das. Genau deshalb sind solche Fragen so unterhaltsam.

Wenn du mehr in dem Stil willst, schau dir unseren Post zur Frage Wie schwer ist eine Wolke? an. Auch eine Zahl, bei der die meisten Leute komplett falsch tippen.

Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt?

Im Durchschnitt 384.400 Kilometer. Das ist die mittlere Distanz. Am nächsten ist der Mond bei rund 363.300 km, am weitesten bei etwa 405.500 km. Licht braucht für die Strecke 1,3 Sekunden.

Passen wirklich alle Planeten zwischen Erde und Mond?

Ja, im Schnitt schon. Die Summe der Durchmesser aller acht Planeten liegt bei rund 381.000 km. Bei einer mittleren Mond-Distanz von 384.400 km bleiben ein paar tausend Kilometer Luft. Bei einem Supermond passt es nicht mehr.

Wie lange hat Apollo 11 zum Mond gebraucht?

Apollo 11 brauchte 75 Stunden und 49 Minuten von Start bis Mondlandung. Das sind etwas mehr als drei Tage. Moderne Mondmissionen liegen meist in einem ähnlichen Zeitfenster von drei bis vier Tagen.

Wie lange würde man mit dem Auto zum Mond brauchen?

Mit 100 km/h ohne Pause wären es 3.844 Stunden, also etwa 160 Tage am Stück. Über fünf Monate Autobahn. Selbst ein Linienflugzeug bei 900 km/h wäre 17 Tage durchgehend unterwegs.

Warum entfernt sich der Mond von der Erde?

Die Gezeiten der Erde übertragen Energie auf den Mond. Er wird minimal beschleunigt und driftet pro Jahr rund 3,8 Zentimeter nach außen. Gemessen wird das mit Laser-Reflektoren, die seit Apollo 11 auf dem Mond stehen.

Wie misst man die Entfernung zum Mond?

Über Lunar Laser Ranging. Ein Laser auf der Erde wird auf einen Reflektor auf dem Mond geschossen. Aus der Laufzeit des Lichts ergibt sich die Entfernung, heute auf wenige Millimeter genau.

Wie groß sieht der Mond am Himmel aus?

Der Mond hat am Himmel etwa einen halben Grad Durchmesser. Bei einem Supermond wirkt er rund 14 Prozent größer als ein normaler Vollmond, weil er gerade näher an der Erde steht.

Take-Away

Der Mond ist im Schnitt 384.400 km weit weg. Genug Platz, um alle acht Planeten dazwischen zu stapeln. Und jedes Jahr wandert er noch ein paar Zentimeter weiter. Wenn du Lust auf mehr Zahlen aus dem Sonnensystem hast, probier unsere Science-Schätzfragen. Kostenlos, läuft im Browser, perfekt für die nächste Autofahrt.

Autor:in

Leon Eikmeier

Chefredakteur

Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.