Wie heiß ist die Sonne? Die Antwort hat einen Plot Twist
Wie heiß ist die Sonne wirklich? Die meisten Leute tippen auf eine Million Grad. Manche sagen 100 Millionen. Beides ist falsch. Die Oberfläche der Sonne hat rund 5.500 Grad Celsius, also kühler als ein Schmiedeofen für Stahl. Aber der Kern bringt 15 Millionen Grad auf die Waage, und dann kommt der Plot Twist: Die Atmosphäre der Sonne ist wieder bis zu 200-mal heißer als die Oberfläche, und niemand auf der Welt kann bis heute eindeutig erklären, warum. Hier kommen die Zahlen, die Vergleiche und das größte ungelöste Rätsel der Astrophysik.
Wie heiß ist die Oberfläche der Sonne?
Die sichtbare Oberfläche der Sonne heißt Photosphäre. Sie hat eine Temperatur von rund 5.500 Grad Celsius. Klingt extrem, ist aber im kosmischen Maßstab fast langweilig. Zur Einordnung: Lava aus einem Vulkan hat etwa 1.200 Grad. Stahl schmilzt bei 1.500 Grad. Die Sonnenoberfläche ist also etwa viermal so heiß wie geschmolzenes Eisen, aber nicht so heiß wie viele denken. Genau hier kommt das Licht her, das wir auf der Erde sehen und fühlen.
Auf der Photosphäre gibt es übrigens kühlere Flecken: die Sonnenflecken. Sie sind „nur" rund 3.500 Grad heiß und sehen deshalb auf Fotos dunkler aus. Schuld sind starke Magnetfelder, die den heißen Plasma-Strom aus dem Inneren bremsen.
Wie heiß ist der Kern der Sonne?
Im Kern der Sonne herrschen rund 15 Millionen Grad Celsius. Das ist etwa 2.700-mal heißer als die Oberfläche. Bei diesen Temperaturen passiert Kernfusion: Wasserstoff-Atome werden zu Helium verschmolzen, und dabei wird Energie freigesetzt. Diese Energie ist der Grund, warum die Sonne überhaupt scheint. Jede Sekunde verarbeitet der Kern 600 Millionen Tonnen Wasserstoff. Der Druck dort drin ist 250 Milliarden Mal größer als der Luftdruck auf der Erde.
Das Verrückte: Ein Lichtteilchen, das im Kern entsteht, braucht im Schnitt 100.000 Jahre, bis es die Oberfläche erreicht. Das Licht, das gerade auf deine Haut fällt, wurde also lange vor dem Bau der Pyramiden im Sonnenkern produziert.
Plot Twist
Die Korona, also die äußere Atmosphäre der Sonne, ist 1 bis 3 Millionen Grad heiß. Damit ist sie bis zu 500-mal heißer als die Oberfläche, von der sie ausgeht. Warum, weiß bis heute niemand sicher.
Warum ist die Korona heißer als die Oberfläche?
Die Korona ist die äußere Atmosphäre der Sonne. Sie wird zwischen 1 und 3 Millionen Grad heiß. Eigentlich sollte das physikalisch unmöglich sein. Wärme fließt nämlich immer von heiß nach kalt. Wenn der Kern 15 Millionen Grad hat und die Oberfläche 5.500 Grad, dann müsste die Atmosphäre noch kühler sein als die Oberfläche. Tut sie aber nicht. Sie ist plötzlich wieder heißer. Viel heißer.
Dieses Phänomen heißt „Koronales Heizungsproblem" und ist seit über 80 Jahren ungelöst. Forschende vermuten, dass winzige magnetische Wellen oder kleine Explosionen im Magnetfeld die Korona aufheizen. Die NASA-Mission Parker Solar Probe fliegt seit 2018 immer näher an die Sonne, um genau das herauszufinden. Eine endgültige Antwort gibt es bis heute nicht.
Wie alt ist die Sonne und wie lange brennt sie noch?
Die Sonne ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt. Sie hat also schon brutal viel Wasserstoff verbrannt. Aber: Sie ist erst rund die Hälfte ihres Lebens durch. Die Sonne hat noch etwa 5 Milliarden Jahre vor sich. Danach wird sie zum sogenannten Roten Riesen anschwellen und dabei Merkur, Venus und vermutlich auch die Erde verschlucken. Erst dann erlischt sie und wird zu einem Weißen Zwerg, einem winzigen, sehr dichten Sternenrest.
Zur Größenordnung: Die Sonne hat einen Durchmesser von rund 1,39 Millionen Kilometern. Das ist etwa 109-mal der Durchmesser der Erde. Und: In das Volumen der Sonne passen rund 1,3 Millionen Erden hinein. Wenn du Lust auf mehr solcher Schätzfragen hast, probier unsere Wissenschafts-Quizfragen.
Wie heiß ist die Sonne im Vergleich zu anderen Sternen?
Die Sonne ist ein gelber Zwergstern und damit eher Mittelmaß im Universum. Es gibt heißere und kühlere Sterne. Rote Zwerge haben Oberflächentemperaturen von etwa 2.500 Grad. Blaue Riesen wie Rigel kommen auf über 12.000 Grad an der Oberfläche. Die Sonne liegt mit ihren 5.500 Grad genau in der Mitte. Spannenderweise ist sie damit perfekt für uns: heiß genug, um Energie zu liefern, aber nicht so heiß, dass sie schon nach ein paar hundert Millionen Jahren ausgebrannt wäre.
Wenn dich solche Vergleiche faszinieren, schau auch in unseren verwandten Beitrag zu Wie schwer eine Wolke wirklich ist. Da gibt es einen ähnlichen Aha-Effekt mit Zahlen, die so gar nicht zur Intuition passen.
Wie heiß ist die Sonne an der Oberfläche?▾
Die Oberfläche der Sonne, die Photosphäre, ist rund 5.500 Grad Celsius heiß. Das ist etwa viermal so heiß wie geschmolzenes Eisen, aber kühler als viele denken. Sonnenflecken sind mit rund 3.500 Grad sogar deutlich kühler.
Wie heiß ist der Kern der Sonne?▾
Der Kern der Sonne hat rund 15 Millionen Grad Celsius. Das ist etwa 2.700-mal heißer als die Oberfläche. Bei dieser Temperatur findet Kernfusion statt, die die gesamte Energie der Sonne erzeugt.
Warum ist die Korona heißer als die Sonnenoberfläche?▾
Die Korona, also die äußere Atmosphäre der Sonne, erreicht 1 bis 3 Millionen Grad und ist damit deutlich heißer als die 5.500 Grad heiße Oberfläche. Warum, ist seit über 80 Jahren ein offenes Rätsel der Astrophysik.
Wie alt ist die Sonne?▾
Die Sonne ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt. Sie ist damit ungefähr in der Mitte ihres Lebens und wird noch etwa 5 Milliarden Jahre weiter brennen, bevor sie sich zu einem Roten Riesen ausdehnt.
Wie lange brennt die Sonne noch?▾
Schätzungen gehen davon aus, dass die Sonne noch rund 5 Milliarden Jahre Wasserstoff verbrennen kann. Danach wird sie zum Roten Riesen, schluckt vermutlich die Erde und endet als Weißer Zwerg.
Wie heiß ist die Sonne im Vergleich zur Erde?▾
Die heißesten Stellen auf der Erde erreichen etwa 56 Grad Celsius. Die Sonnenoberfläche ist mit 5.500 Grad rund hundertmal heißer. Der Sonnenkern ist mit 15 Millionen Grad fast 270.000-mal heißer als der heißeste Wüstentag.
Warum scheint die Sonne überhaupt?▾
Im Kern der Sonne werden bei 15 Millionen Grad Wasserstoff-Atome zu Helium verschmolzen. Diese Kernfusion setzt Energie frei, die nach rund 100.000 Jahren als Licht und Wärme die Oberfläche erreicht und dann ins All abgestrahlt wird.
Take-Away: Die Sonne ist viel weniger heiß, als man denkt, an der Oberfläche jedenfalls. Der Kern ist absurd heiß, und die Atmosphäre ist heißer als beides logisch sein dürfte. Wenn du dein Wissen testen willst, probier unsere Schätzfragen rund um Wissenschaft oder schau dir an, wie schwer eine Wolke wirklich ist.
Autor:in
Leon EikmeierChefredakteur
Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.