Natur

Wie alt ist der älteste Baum der Welt?

·5 Min. Lesezeit·Leon Eikmeier

Wenn du dich fragst, wie alt der älteste Baum der Welt ist, dann denkst du wahrscheinlich an ein paar hundert Jahre. Vielleicht 1.000. Spoiler: er ist 4.855 Jahre alt. Damit war er schon ein erwachsener Baum, als die Ägypter mit dem Bau der Pyramiden anfingen. Sein Name ist Methusalem, er steht in den Bergen von Kalifornien, und seine genaue Position ist ein Staatsgeheimnis. Wir zeigen dir, wo er wächst, warum er so alt werden konnte, und welche andere Pflanze sogar noch viel älter sein könnte.

Wie alt ist der älteste Baum der Welt wirklich?

Der älteste einzelne Baum der Welt heißt Methusalem. Er ist eine Langlebige Kiefer (auf Englisch Bristlecone Pine, lateinisch Pinus longaeva) und wächst in den White Mountains in Kalifornien. Bei der Probenentnahme im Jahr 1957 war er 4.789 Jahre alt. Heute ist er also rund 4.855 Jahre alt. Zur Einordnung: die Cheops-Pyramide wurde vor etwa 4.600 Jahren gebaut. Methusalem war damals schon über 250 Jahre alt. Er hat das alte Ägypten, das Römische Reich und alle Weltkriege überlebt.

Warum ist der Standort von Methusalem geheim?

Die genaue Stelle, an der Methusalem steht, ist offiziell geheim. Schuld ist eine traurige Geschichte aus dem Jahr 1964. Damals untersuchte der junge Forscher Donald Currey eine andere Langlebige Kiefer in Nevada. Der Baum hieß Prometheus. Currey wollte sein Alter messen. Sein Bohrer brach im Stamm ab. Statt einen neuen zu holen, ließ er den Baum mit Hilfe der Forstbehörde fällen. Beim Zählen der Jahresringe kam heraus: Prometheus war mindestens 4.862 Jahre alt, vielleicht sogar über 5.000. Damit hatte ein Doktorand aus Versehen den ältesten bekannten Baum der Welt umgebracht.

Seit diesem Tag ist klar: Wenn ein Baum so alt ist, will man nicht, dass irgendjemand ihn findet. Touristen könnten Rinde abbrechen. Andenkenjäger könnten sägen. Darum verrät die US-Forstbehörde bis heute nicht, welcher Baum im Methusalem-Hain genau Methusalem ist. Du kannst das Gebiet besuchen, du kannst zwischen den uralten Stämmen spazieren. Aber welcher davon der Älteste ist, weiß nur eine Handvoll Leute.

Wusstest du schon?

Methusalem war schon 250 Jahre alt, als die Ägypter anfingen, die Cheops-Pyramide zu bauen. Er hat das gesamte alte Ägypten kommen und gehen sehen.

Warum werden diese Kiefern so unfassbar alt?

Die Langlebige Kiefer wächst in einer der härtesten Umgebungen Nordamerikas. Auf 2.900 bis 3.000 Metern Höhe in den White Mountains ist es eiskalt, der Boden ist trocken, der Wind eisig und die Sommer sind kurz. Genau das ist ihr Vorteil. In dieser Kälte wächst der Baum extrem langsam. Sein Holz wird so dicht und harzig, dass es Pilze, Käfer und Fäulnis fast völlig abblockt. Andere Bäume verrotten von innen, lange bevor sie 1.000 Jahre alt werden. Eine Methusalem-Kiefer ist so hart wie versteinertes Holz.

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Gibt es noch ältere Lebewesen als Methusalem?

Ja, und genau hier wird es spannend. In Utah lebt eine Espen-Kolonie namens Pando. Was wie ein normaler Wald aussieht, ist in Wirklichkeit ein einziger Organismus. Pando hat rund 47.000 Stämme, die alle aus einem einzigen Wurzelsystem sprießen. Genetisch sind alle Bäume identisch. Sie verfärben sich im Herbst zur gleichen Zeit. Pando wiegt geschätzt 6.000 Tonnen und ist damit das schwerste bekannte Lebewesen der Welt.

Wie alt Pando wirklich ist, weiß niemand genau. Schätzungen reichen von rund 14.000 bis 80.000 Jahren. Eine neue genetische Studie aus dem Jahr 2024 schlug allerdings einen jüngeren Wert vor, manche Forscher rechnen mit nur 9.000 bis 12.000 Jahren. Selbst wenn die niedrigste Schätzung stimmt, ist Pando immer noch doppelt so alt wie Methusalem. In Schweden gibt es zudem eine Fichte namens Old Tjikko. Ihr lebendes Wurzelsystem ist nach Schätzungen rund 9.500 Jahre alt, der sichtbare Stamm allerdings nur ein paar Hundert. Solche Klon-Bäume gelten technisch als ein Lebewesen, auch wenn der oberirdische Baum jung aussieht.

Methusalem oder Pando: Wer ist jetzt der älteste Baum der Welt?

Die Antwort hängt davon ab, wie du zählst. Wenn du den ältesten einzelnen Baum mit einem klar messbaren Stamm meinst, gewinnt Methusalem mit 4.855 Jahren. Diese Zahl ist über Jahresringe direkt belegbar. Wenn du den ältesten lebenden Organismus meinst, gewinnt Pando mit mindestens 14.000 Jahren, vielleicht sogar 80.000. Das ist eine Schätzung über DNA und Klimadaten, kein direkter Wert.

Beide Antworten sind richtig. Die Wissenschaft sagt: Methusalem ist der älteste nicht-klonale Baum, Pando der älteste klonale Organismus. Wenn du also bei einem Quiz hörst, der älteste Baum der Welt sei 4.855 Jahre alt, ist das wahr. Wenn jemand 80.000 sagt, ist das auch nicht falsch. Es kommt nur darauf an, was zählt: ein Stamm oder ein ganzes Wurzelsystem.

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Wie alt ist der älteste Baum der Welt?

Der älteste einzelne Baum der Welt ist Methusalem, eine Langlebige Kiefer in Kalifornien. Bei der Messung im Jahr 1957 war er 4.789 Jahre alt. Heute ist er rund 4.855 Jahre alt und damit älter als die ägyptischen Pyramiden.

Wo steht der älteste Baum der Welt?

Methusalem wächst im Methusalem-Hain im Inyo National Forest in den White Mountains in Kalifornien. Die genaue Stelle ist geheim. Du kannst das Gebiet besuchen, aber niemand verrät dir, welcher der vielen alten Bäume Methusalem genau ist.

Warum ist der Standort des ältesten Baumes geheim?

Im Jahr 1964 wurde der damals älteste bekannte Baum, Prometheus, aus Versehen gefällt. Er war über 4.862 Jahre alt. Seitdem hält die US-Forstbehörde den genauen Standort von Methusalem geheim, um ihn vor Andenkenjägern und Vandalismus zu schützen.

Was ist Pando und ist es älter als Methusalem?

Pando ist eine Espen-Kolonie in Utah mit rund 47.000 Stämmen, die genetisch alle ein einziger Organismus sind. Schätzungen reichen von 14.000 bis 80.000 Jahren. Damit ist Pando als Lebewesen viel älter als Methusalem, aber kein einzelner Baumstamm.

Warum werden Langlebige Kiefern so alt?

Sie wachsen in extremer Höhe in trockener, kalter Luft. Dadurch wachsen sie sehr langsam, und ihr Holz wird dicht und voller Harz. Pilze und Insekten kommen kaum durch, und der Baum verrottet kaum. Genau diese harten Bedingungen sind das Geheimnis hinter ihrem hohen Alter.

Wie misst man das Alter eines so alten Baumes?

Forscher bohren mit einem dünnen Hohlbohrer einen Kern aus dem Stamm. So bekommen sie einen Holzstab mit allen Jahresringen, ohne den Baum zu fällen. Jeder Ring entspricht einem Jahr. Bei Klon-Bäumen wie Pando geht das nicht, dort hilft DNA-Analyse und Kohlenstoff-Datierung.

Gibt es in Deutschland auch sehr alte Bäume?

Ja, aber nicht in dieser Liga. Die Femeiche in Erle gilt als ältester Baum Deutschlands und ist Schätzungen zufolge zwischen 600 und 850 Jahre alt. Im Vergleich zu Methusalem ist sie also fast ein Jugendlicher.

Bäume können viel älter werden als jede Kultur, jedes Reich und jedes Land. Methusalem stand schon, als die ersten Pyramiden noch Sand waren, und Pando lebt vielleicht seit der letzten Eiszeit. Wenn dich solche Aha-Fakten faszinieren, probier unsere Schätzfragen rund um die Natur. Du wirst überrascht sein, wie oft du komplett daneben liegst.

Autor:in

Leon Eikmeier

Chefredakteur

Leon Eikmeier ist Gründer von Quiztimate und MetaOne. Er schreibt über kontraintuitive Fakten, Wissen und die Psychologie des Lernens.